Tipp 1: Anweisungen für die Antwort

Eine optimale Karte sollte stets Anhaltspunkte geben, wie die Antwort auszusehen hat. Soll man eine Formulierung wiedergeben, soll man ein Beispiel nennen, soll man verschiedene Punkte auflisten oder soll man eine Formel aufsagen.

Am einfachsten ist, man gibt sich selber jeweils am Ende der Frage einen kurzen Hinweis (optional in Klammer), welche über die Art der Antwort informiert. Also zum Beispiel kann man schreiben:

  • 3 Punkte oder kurz 3P
  • 1 Beispiel oder kurz Bsp.
  • 1 Formel
  • (Definition) oder (Def)
  • etc.

Wo nichts steht sollte als Antwort in der Regel ein einziger Satz folgen.

Tipp 2: Kurze, direkte und prägnante Fragen und Antworten

Vermeide Füllwörtern in Lernkarten. Das Gehirn nimmt diese Füllwörter sowieso nicht auf, also verzichte lieber gleich gänzlich auf solche.

Überlege dir jeweils, welches die entscheidenden Wendungen sind. Welche Formulierung eignet sich am besten eine Frage zu beantworten? Beschränke dich auf diese.

Auf Füllwörter zu verzichten soll nun aber nicht so verstanden werden, dass man keine Sätze bilden soll. Im Gegenteil! Es ist wichtig, gerade die Antworten in vollständigen Sätzen zu formulieren. Verfasst man (eigene) vollständige Antworten, so kann man diese in der Prüfung exakt wiedergeben. Man verliert damit keine Zeit um über eine sinnvolle Formulierung nachzudenken. Ausserdem kann man in der Prüfung darauf vertrauen, dass man etwas aufschreibt, was richtig ist. Dies stärkt das Selbstbewusstsein und hilft einem die Anspannung der Prüfungssituation loszuwerden.

Tipp 3: Regelmässig lernen

Wie häufig trainiert Roger Federer Tennis? Trainiert er wohl täglich eine angemessene Zeit oder einmal pro Woche 30 Stunden am Stück?

Die allerwichtigste Regel des erfolgreichen Lernens mit Lernkarten besagt, dass man besser häufig und dafür weniger lange lernt.

Bei den allermeisten sieht der Lernplan jedoch genau umgekehrt aus: Alles auf einmal und dann gleich ein Marathon. Dabei ist es wie beim Sportler: Der effektivste Weg ist das kontinuierliche Training mit optimierten Trainings- oder eben Lernzeiten. Zuviel auf einmal zu lernen überfordert den Energiehaushalt des Gehirns und ist deshalb kontraproduktiv. Zudem zeigt die Vergessenskurve gerade zu Beginn steil nach unten. Es ist wichtig, dass man in dieser Phase der Vergesslichkeit entgegenwirkt indem man das neu Gelernte immer wieder auffrischt.

Mit lernkarten-online ist dies kein Problem. Du kannst jederzeit und überall dein Smartphone hervornehmen und lernen. Die tägliche Zeit im Bus und im Zug wird zur zusätzlichen Lernzeit. Wenn du zum Beispiel 15 Minuten zur Schule oder zur Uni hast und diesen Weg zwei Mal täglich an fünf Tage die Woche machst, dann sind das im Monat über 10 Stunden zusätzliche Lernzeit!

Tipp 4: Fokus setzen

Lerne gezielt die Karten, bei welchen du noch Schwächen hast. Lernkarten-online macht dies automatisch für dich. Dank dem Lernsystem von Lernkarten-online werden zu jedem Zeitpunkt nur diejenigen Karten im Deck erscheinen, welche aufgrund der vergangenen Ergebnisse geübt werden müssen. Selbstverständlich kannst du auch im „Freies Lernen“-Modus alle Karten anzeigen lassen. Dieser Modus empfiehlt sich insbesondere für die Zeit kurz für Prüfungen.

Dieser Tipp ist deswegen wichtig, weil du dadurch deine Gehirnleistung gezielt dorthin lenkst, wo sie gebraucht wird. Verschwende keine Zeit und Energie für Karten, welche du sowieso schon beherrschst. Klar, ab und zu auch diese Karten zu lernen ist wichtig (wie wir in Tipp 8 sehen werden), deshalb wird von lernkarten-online automatisch dafür gesorgt, dass diese auch immer mal wieder erscheinen.

Tipp 5: Sinnvolle Strategie

Was tun, wenn man einen Stapel mit 100 frischen Karten hat?

Das komplett falsche hier wäre unsystematisch alle auf einmal zu lernen! (Einmal abgesehen von dem Fall, wo alle 100 Karten sehr leicht und somit schnell durch sind.

Viel sinnvoller ist es, das grosse Kartendeck in viele kleinere Portionen zu trennen und sich diesen einem nach dem anderen zuzuwenden. Diese kleine Portionen sollten maximal 10 Karten enthalten, noch besser aber nur 7 oder 8.

Diese Strategie hat gegenüber der ersten die folgenden Vorteile. 1. Dem Vergessen wird entgegengewirkt. Wenn man eine Karte erst nach 80 anderen ein zweites Mal lernt, hätte man sich das erste Mal auch sparen können, denn der Lerneffekt von damals ist sowieso bereits über alle Berge. 2. Wir bedienen uns der Tatsache, dass ein Mensch sich ungefähr 7-10 Informationen aufs Mal merken kann. Die Informationsmenge von 7-10 Karten entspricht gerade der für normale Menschen möglichen Merkmenge. Alles darüber sabotiert uns eher, als das es unsere Lerneffizienz steigert. 3. Dadurch, dass wir die grosse Menge in kleine Teilaufgaben separieren, erlangen wir immer wieder kleine Erfolge. Diese motivieren und geben einen weiteren Schub zum Weiterlernen. Die Gefahr, dass man nach halbem Weg abbricht, ist mit dem System der kleinen Teilstapel viel kleiner.

Das Lernsystem von lernkarten-online hält diese Regel von alleine ein. Automatisch werden beim regulären Lernen-Modus jeweils 8 Karten zuvorderst in den Stapel gedrückt, bis diese erfolgreich bewältigt sind.

Tipp 6: Lieber mehrere Karten mit wenig Infos statt eine Karte überladen

Wie sehen optimale Lernkarten aus?

Möglichst EINFACH und möglichst KURZ

Eine Lernkarte sollte möglichst eine Einheit zum auswendig lernen sein. Es bringt nichts, wenn man hunderte von Informationen auf eine Karte packt. Ok, im Printmodus, wo man die Karten vorher bezahlen und anschliessend tragen musste, war dies noch nachvollziehbar. Mit online Lernkarten von lernkarten-online ist das Sparen jedoch längst nicht mehr nötig.

Heute gilt: Möglichst eine einzige Information pro Karte. Klar, manchmal ist dies nicht möglich, da man eben Listen auswendig können muss. Für mehrere Zusammenhänge, Folgerungen, Beispiele etc. sollten aber dringend separate Karten erstellt werden.

Der Grund ist der gleiche wie schon öfters bisher. Das Gehirn funktioniert nun mal so, dass es lernt indem es Zusammenhänge zwischen einzelnen Informationen bildet. Dies soll unterstützt werden, indem diesem Bedürfnis gehirngerecht entgegnet wird.

Tipp 7: Assoziationen

Dieser Tipp bezieht sich auf das Lernen der einzelnen Karten an sich.

Wenn man eine Lernkarte zum allerersten Mal lernt, sollte man sich Zeit lassen und eine gute Assoziation ausdenken

Um Fakten, wie zum Beispiel Fremdwörter oder Jahreszahlen einfacher merken zu können, solltest Du vermehrt Deine rechte Seite des Gehirns nutzen. Mit anderen Worten, versuche deine Fantasie einzusetzen. Du weißt bestimmt, was Eselsbrücken sind. Es ist durchaus möglich, Fakten ein einziges Mal zu lernen und dann für immer zu wissen. Dafür müssen die Eselsbrücken aber wirklich gut sein. Was aber macht Eselsbrücken gut? Es sind vor allem zwei Geheimnisse, welche Du beachten solltest:

  1. Dein Gehirn arbeitet nicht mit Informationen sondern vorwiegend mit Verknüpfungen. Deine Eselsbrücke sollte also so aufgebaut sein, dass die wichtigen Begriffe nicht zu weit voneinander entfernt sind. (Beispiel folgt)
  2. Eine Eselsbrücke solltest Du nicht nur denken, sonder unbedingt auch fühlen! Versuche dabei alle fünf Sinne einzusetzen. Kann ein Kind eine Geschichte, die es einmal hört nacherzählen? Ja! Warum? Weil das Kind die Geschichte in seiner Fantasie miterlebt. Denkst Du, das ginge auch, wenn man ihm eine Seite aus dem Telefonbuch vorliest? Eben!

Beispiel

Das italienische Wort für Frühstück ist colazione. Meine Eselsbrücke: Mein Wecker hat eben geläutet, ich zwinge mich aufzustehen, komme zum Frühstückstisch, da steht eine Cola mit Zitrone, eine Colazitrone. Genüsslich trinke ich einen Schluck. Mann, bin ich froh, dass es kein Tee ist!

Das entscheidende ist nun wirklich, ob Du die Zeilen nur durchliest oder ob Du in Gedanken mitfühlst. Bei „Genüsslich trinke ich einen Schluck“ solltest Du Dir wirklich vorstellen, wie Du eben einen Schluck trinkst.

Beachte für Regel 1. Alle Schlagwörter (Frühstückstisch, Cola, Zitrone, Schluck, Tee) kann man in eine Sparte zuordnen (Bsp. Essen&Trinken).

Möglicherweise tönt dies nun nach viel Aufwand, aber glaube mir, langfristig bist Du damit wesentlich effizienter. Dein Gehirn braucht übrigens diese Eselsbrücken mit der Zeit nicht mehr. Sie dienen lediglich als Krücken, nach und nach können diese aber abgelegt werden und das schöne ist, das Gelernte ist dann wirklich im Langzeitgedächtnis verankert.

Do’s:

  • Benutze Eselsbrücken!
  • Denke deine Eselsbrücken nicht nur, sondern fühle sie auch

Tipp 8: Erstelle auch einfache Lernkarten

Nur das lernen, was Schwierigkeiten bereitet?

Auf keinen Fall! Die Basis muss sitzen. Aber nicht nur ein wenig, sondern bombenfest! Einmal anschauen und feststellen, dass etwas „klar“ ist bedeutet noch lange nicht, dass es im entscheidenden Moment (in der Prüfung) ins Bewusstsein dringt. Etwas richtig zu können – auswendig zu können – heisst nicht zuletzt auch deswegen auf Englisch „learning by heart“, weil es ganz weit im Inneren des Unterbewusstseins stecken muss.

Der Erfolg in der Prüfung entscheidet sich nicht in der Gehirnleistung beim Schreiben selber, sondern weit früher. Die meisten kennen die Situation: Man sitzt in einer Prüfung und man weiss eigentlich, dass man es weiss, aber irgendwie kommt es gerade nicht zum Vorschein. Genau hier zeigt sich, wenn etwas nur an der Oberfläche gelernt wurde. Unter Stress entfallen genau diese Dinge, denn emotional ist man nicht in der Lage die nötige Ruhe zu bewahren um diese einst „banalen“ Dinge zu reproduzieren.

Hier hilft nur eines:

In China besagt eine Redewendung: „Lernen ist wiederholen“. Auch die banalen Dinge (gerade diese!) müssen immer wieder repetiert werden, so dass sie in Fleisch und Knochen sitzen.

Niemand baut ein Haus ohne starkem Fundament

Beim Lernen befolgen diese Regel nicht immer alle. Klar bei Lernen geht es beim Schreiben von Prüfungen nicht um lebenssichernde Massnahmen, sondern um gute Noten. Es ist allerdings ein weit verbreiteter Irrglauben, dass man für gute Noten immer das allerschwierigste beherrschen muss und die leichtere Materie keine Punkte bringen. Häufig scheitern Prüfungsschreibende gerade an den leichten Dingen, was unnötig Punkte kostet.

Fazit:

Erstelle auch viele Basiskarten! Nichts ist zu einfach. Nichts ist zu banal, dass es weggelassen werden kann. Der Stoff muss ins Unterbewusstsein und das geht nur mit permanenter Wiederholung. Deswegen sollten gute Lernkarten-Stapel unbedingt auch die „einfache“ Basismaterie abfragen.

Tipp 9: Lerne das auswendig, was auswendig sein muss

Versuche möglichst genau zu definieren, was du können musst.

Gibt es Prüfungen aus dem Vorjahr? Gibt es Musterprüfungen, Lernziele, Beispielsaufgaben etc.? Falls ja, dann ist die Wahrscheinlich hoch, dass deine Prüfung ähnlich aussieht wie diese. Viele Dozenten und Lehrer haben ihren charakteristischen Prüfungsstil und da sie auch nur Menschen sind, ändert sich dieser selten bis gar nicht. Die Testfragen mögen sich ändern, selten aber die Kompetenzen, welche man mitbringt.

Ein Beispiel:

Studierende der Rechtswissenschaft müssen in Prüfungen fast immer Rechtsfälle juristisch lösen. Hierzu brauchen sie das Wissen über das bestehende Recht um in einem Sachverhalt für oder gegen eine möglichen Rechtsanspruch zu argumentieren. Dafür brauchen sie zu wissen a) welche Gesetze gibt es und b) welches ist die Bedeutung derer. Die Kompetenz, welche hinter dem erfolgreichen Absolvieren solcher Aufgaben steckt, ist also das korrekte Abgleichen einer Situation aus dem Alltag mit dem, was Gesetze für solche Fälle bestimmen.

Die Fälle ändern sich, mal ersticht A den B, manchmal betrügt B den C und manchmal gleich beides miteinander. Die Fragen, die sich stellen ändern sich, nicht jedoch die Techniken, mit welchen die Fragen zu beantworten sind.

Zweites Beispiel (diesmal kürzer):

Das addieren in der Mathematik ist eine Kompetenz, welche jeder spätestens nach den ersten Jahre in der Schule beherrschen sollte. 1+1= und 2+2= sind zwei verschiedene Fragen, aber bei beiden ist die gleiche Kompetenz gefragt.

Für eine Prüfung wichtig ist: Beherrsche die gefragten Kompetenzen

Nochmals: Kläre, was du in der Prüfung können musst. Diesmal genauer: Kläre, welche Kompetenzen du in einer Prüfung mitbringen musst

Nachdem du diesen Schritt gemacht hast fragt sich, was man nun tun soll.

Die Kompetenzen, welche du beherrschen musst, sind häufig abhängig davon, ob du irgendwelche Prozesse, Abläufe, Schemas, Grundlagen, Techniken und Tricks auswendig kannst. Diese gilt es intus zu bekommen und dabei kann dir das pure auswendig lernen absolut behilflich sein – auch wenn das immer wieder verschrien wird. JA es hilft und verbessert deine Prüfungsergebnisse

Nehmen wir als Beispiel Schach (etwas neutrales):

Du denkst die grossen Schachgenies sind deswegen so gut, weil sie über eine enorme Denkleistung während einer Partie verfügen?

Bestimmt ist das so ABER:

Diverse Studien haben gezeigt, dass zwischen Schachprofis und Schachamateurs ein fundamentaler Unterschied besteht: Schachprofis denken in einer Schachpartie viel mehr mit dem Langzeitgedächtnis, während der Amateur nahezu die ganze Denkarbeit dem Kurzzeitgedächtnis überlässt.

Was zeigt uns das?

Schachprofis verfügen über ein enormes Repertoire an Schachzügen, Taktiken, Mustern und Eröffungsvarianten in ihrem Inneren – also auswendig

Klar, auch Profischachspieler können sich nicht in jeder Situation erinnern, welcher Zug gerade jetzt in dieser einen Stellung der Beste ist. Ihre enorme Grundlage lässt sie aber in den entscheidenden Momenten die überlegenen Züge finden, häufig ohne dass sich diese Spieler über den Findungsprozess bewusst sind. Das liegt daran, dass in deren Unterbewusstsein aufgrund ihrem Repertoire ganz automatisch viele Prozesse von alleine geschehen, die ein ungeübter Schachspieler in mühsamer Arbeit selber „erdenken“ muss.

Stell dir vor, dein Unterbewusstsein schliesst bei einer schwierigen Mathematikaufgabe von alleine sämtliche falsche Lösungsansätze aus und du brauchst dich bewusst nur noch um den einen, richtigen Ansatz zu kümmern.

Klingt gut? Genau so läuft das aber wirklich bei den sogenannten Mathegenies.

Wir fassen zusammen:

Finde die gesuchten Kompetenzen, überlege dir, welche auswendig gelernten Dinge dir diese Kompetenzen ermöglichen, schreibe Lernkarten für diese Dinge und lerne sie. Bis sie in deinem Unterbewusstsein verankert sind.

Tipp 10: Lerne den Wortschatz der Materie

Dieser Tipp mögen vielleicht einige zunächst einmal mit Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen. Es sei hier deswegen die Frage gestellt:

Wenn du morgen in ein fremdes Land ziehen würdest (für immer), was würdest du wohl als erstes tun, damit du dich in diesem Land einleben kannst? Vermutlich die Sprache lernen, richtig?

Diese Idee ist auch keine schlechte, wenn man sich einer neuen Materie hingibt. Der Wortschatz eines Themas, einer wissenschaftlichen Disziplin entscheidet häufig mit über Erfolg und Misserfolg.

Welche Bedeutung hat für die der Begriff „Läufer“?

Vermutlich fallen dir gerade mehrere ein, tatsächlich gibt es 28!

Warum ist das wichtig?

Nun, es ist eine Tatsache, dass ein gemeinsamer Wortschatz verschiedene Vorteile bietet, oder bist du der Meinung, dass du z.B. diesen Text genauso ring lesen könntest, wenn er auf Japanisch (oder sonst eine dir unbekannten Sprache) verfasst wäre? Eben!

Die Vorteile liegen darin, dass man den Sinn der Lernunterlagen besser versteht. Das Gehirn ist besser in der Lage Materie zu begreifen, wenn es die Bedeutung der Wörter besser zuordnen kann. Demnach fällt es auch leichter gestellte Fragen (auch in der Prüfung) schneller und korrekter zu erfassen. Viele Prüfungsfragen werden nicht zuletzt deswegen auch schlecht oder falsch beantwortet, weil der Prüfling die Frage nicht versteht.

Ebenso ein Vorteil bietet das Erlernen des Fachwortschatzes, dass man sich besser und eindeutiger Ausdrücken kann. Prüfungsfragen können zielgerichteter und exakter beantwortet werden. Das spart Zeit und verhindert, dass derjenige der korrigiert die eigene Antwort als „vage formuliert“ oder „unverständlich“ deklariert.

Konsequenz: Erstelle immer auch Lernkarten, welche die Definitionen und Bedeutungen des Fachwortschatzes abfragen

Tipp 11: Frage nicht nach dem Ergebnis, sondern nach dem Weg

Beim Erstellen von Lernkarten solltest du darauf verzichten, konkrete Aufgaben mit eindeutigen Resultaten zu stellen.

Diese Art von Lernkarten bringt überhaupt nichts, denn dein Gehirn wird sich sehr schnell einfach das Ergebnis merken und die Aufgabe gar nicht mehr durchspielen. Für den Prüfungserfolg ist jedoch entscheidend, dass du selber in der Lage bist, zum Ergebnis zu gelangen.

Es ist ungefähr so, wie wenn man vom Nachbarn die Hausaufgaben abschreibt. Mag sein, dass es kurzfristig einem davor bewahrt für die eigene Nachlässigkeit bestraft zu werden. Im Endeffekt bestraft man sich mit diesem Verhalten aber doch nur sich selber, denn von einem Lerneffekt ist man mit diesem Verhalten weit entfernt.

Was also tun?

Üben!

Üben!

Geeignete Lernkarten verfassen und lernen

und nochmals üben!

Was geeignete Lernkarten sind muss man selber herausfinden. Man findet es heraus, indem man das tut, was man immer sollte – richtig geraten – üben! Nur im Übungsprozess merkt man, wo genau die Probleme liegen. Immer dann, wenn man merkt, dass der nächste Schritt nicht sofort klar ist – im Sinne, dass man nicht weiss wie weiterfahren – befindet man sich an einem Punkt, wo offensichtlich Lücken sind, die es zu stopfen gilt.

Erstelle für solche Lücken Lernkarten. Frag dabei nach dem Weg im Stil: „Wenn ich das und jenes zeigen muss, welche Aspekte muss ich in solchen Fällen beachten und welches Wissen kann mir dabei helfen“.

Nachdem du diese Lernkarten nicht nur geschrieben, sondern auch gelernt und verinnerlicht hast, begibst du dich nochmals an entsprechende Aufgaben (nicht die gleichen – neue!). Hast du alles richtig gemacht, fällt dir die Übung nun wesentlich leichter. UND: Du solltest nun in der Lage sein, diese Aufgaben wesentlich schneller zu lösen. Damit sparst du Zeit für andere Aufgaben.

Nun noch zwei Abschnitte, welche sich auf das Lernen von bestimmten Fächern konzentrieren. Bisher waren die Tipps allgemein und fächerübergreifend gültig. Im Folgenden wird auf die Feinheiten der einzelnen Fächer eingegangen:

Tipp 12: Mathe lernen mit Lernkarten

„Wer sich vor dem Ertrinken fürchtet, tut besser, schwimmen zu lernen, als dem Wasser auszuweichen.“ (Karl Heinrich Waggerl)

Mathematik zu lernen ist für viele ein Graus. Schon früh entscheiden viele Menschen, dass dieses Fach „nichts für sie ist“ und sie einfach nicht dafür „geboren“ sind.

Fehler, grosser Fehler. Mit dieser Einstellung kann es nicht gut kommen. Wenn es in der Welt ein Beispiel für selbsterfüllende Prophezeiung gibt, dann dieses „Ich bin nicht so der Zahlentyp“. Man muss es leider einmal laut aussprechen (oder schreiben): Häufig wird einem diese schlechte Einstellung von der Gesellschaft eingeimpft, nicht zuletzt auch häufig von den eigenen Eltern – leider…

Gewusst: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse lassen keinen Schluss darüber zu, ob ein Geschlecht „besser geeignet“ ist für das Fach Mathematik. Man darf sich also fragen, woher die nach wie vor vorhandene Volksmeinung kommt, Jungs seien besser in Mathematik. Man könnte sich auch fragen, ob dieser weit verbreitete Irrglaube dazu führt, dass Mädchen in der Mathematik schneller aufgeben und somit die Gesellschaft Schuld daran trägt.

Auf alle Fälle: Bist du einmal Mutter oder Vater, dann mache deinen Kindern klar, dass all diese Vorurteile „Jungs sind besser in Mathematik“, „Mädchen sind besser in Sprachen“ totaler Unsinn sind und sie es ja nicht wagen sollen, solchen Mist zu glauben.

Wie können Lernkarten bei Mathematik helfen?

Zunächst einmal muss geklärt werden, dass auch Mathematik viele Komponenten beinhaltet, welche durch Auswendiggelerntem unterstützt werden. Der gute Mathematiker kennt die korrekten Lösungswege häufig, weil er sie vorher schon mehrmals durchgespielt hat und mittlerweile genau weiss, welcher Schritt auf den nächsten folgt. Gute Mathematiker schauen eine Aufgabe an und wissen relativ schnell a) Dass sie die Aufgabe lösen können und b) wie sie es tun werden, OHNE dass sie die einzelnen Schritte im Kopf durchgegangen sind.

Dies liegt daran, dass ihr Unterbewusstsein die Aufgabe einordnet, mit bekannten Lösungskonzepten vergleicht, falsche Lösungsvarianten per Ausschlussverfahren streicht und schliesslich zu dem Schritt kommt, der sich am Schluss häufig als der richtige entpuppt. Es scheint für manche wie Magie zu sein. „ Er schaut sich ein Problem eine Sekunde an und weiss gleich die Lösung“.

Glaube nicht, diese Person hat lediglich die Denkkraft einer einzigen Sekunde gebraucht!

In dieser einen Sekunde steckt die Erfahrung von stundenweiser Übung. Übung, welche dafür gesorgt hat, dass die Lösungswege an die Oberfläche erscheinen, ohne dass darüber nachgedacht werden muss.

Es ist wie beim Autofahren. Das erste Mal hinter dem Steuer. Himmel musste man damals viel gleichzeitig tun. Wie soll man nur jemals gleichzeitig Steuern, Kuppeln, Gas geben und Gänge schalten? Und Himmel, als ob das nicht genug wäre, muss man auch noch gleichzeitig auf den Verkehr achten! Ein Jahr später denkst du über solche Fragen gar nicht mehr nach. Im Gegenteil, du kannst mittlerweile Autofahren und gleichzeitig telefonieren, dich schminken, Musik hören, die Landschaft geniessen und so weiter. Auch wenn dies alles nicht unbedingt empfehlenswert ist, darf man sich doch die Frage stellen, wie ist das möglich. Gaaaanz einfach! Dein Gehirn hat das Autofahren automatisiert. Du hast sozusagen ein Programm in deinen Kopf gepflanzt, welches ganz von alleine läuft.

Genau dasselbe Ziel solltest du bei jedem Lernprozess haben. Automatisierung! Simples Beispiel: Wie viel gibt 2+2? Dies geht, hoffe ich, total automatisch. Stell Dir mal vor, Du müsstest diese einfache Aufgabe jedes Mal wieder mit deinen Fingern nachrechnen. Musst Du nicht, dein Gehirn macht das von alleine. Erfolgreich lernst Du, wenn du möglichst viel vom Stoff automatisierst. Genau deswegen solltest Du auch mit den einfachen Dingen beginnen, weil Du diese möglichst schnell automatisieren solltest. Die schwierigen Sachen werden einfacher, wenn die Einfachen Sachen automatisch gehen!

Wie automatisiert man nun aber?

Das allerwichtigste dafür ist eindeutig: Ständige Wiederholung bis es sitzt. Dabei gilt: Lieber an drei verschiedenen Tagen eine Stunde, statt an einem Tag drei Stunden lernen. Dafür ist eine gute Portion Disziplin nötig, aber keine Sorge, mit der Zeit wird die Wiederholung zur Gewohnheit und dann fällt es auch nicht mehr so schwer.

Wenn Du nun also beispielsweise ein neues Mathe Thema beginnst und eine neue Art Problem vor Dir hast, dann schnapp Dir diejenigen Aufgaben, welche Du gerade noch so hinbekommst (ohne Lösungen!) und löse genau diese drei Tage nacheinander immer wieder. Auf diese Weise trainierst Du dein Gehirn für diese Art von Aufgaben und machst es eigenständig. Ein bewährtes Mittel wäre auch, wenn Du am zweiten Tag die Zeit misst, welche du benötigst und am dritten Tag nimmst Du dir vor um rund 20% schneller zu sein, als am Vortag.

Do's:

  • Mach es Dir zur Gewohnheit den Stoff mehrmals zu lernen (Wiederholung).
  • Versuch den Stoff über die Zeit zu verteilen und lerne nicht alles auf einmal.

Tipp 13: Sprachen lernen mit Lernkarten

Um eine Sprache fliessend zu lernen muss immer und dringend eine entscheidende Frage beantwortet werden: Wozu?

Das Erlernen einer Sprache braucht eine gute Portion Disziplin und Beherztheit. Dies kann nur dann gelingen, wenn man ein inneres Feuer für die Sprache entwickelt, das einem immer weiter vorantreibt.

Ganz wichtig beim Erlernen einer Sprache ist, dass man die Sprache AKTIV verwendet, am besten bereits ab Tag 1. Man sollte sich täglich mit der Sprache auseinander setzen und sich täglich zwingen ein Minimum an Zeit in der neuen Sprache zu sprechen.

Wie helfen Lernkarten?

Lernkarten helfen natürlich beim Erweitern des Wortschatzes.

Neue Wörter können simpel mit einer Lernkarte gelernt werden. Beim Lernen empfiehlt es sich, stark mit Assoziationen zu arbeiten. Im Idealfall braucht man pro Wort nur einen Versuch. Dies ist dann möglich, wenn die Assoziation zuvor genug intensiv ausformuliert wurden.

Neben einzelnen Wörtern empfiehlt es sich auch Lernkarten für ganze Sätze – insbesondere für immer wiederkehrende Redewendungen und Standardformulierungen – zu erstellen. Wenn man lernt Verben zu konjugieren, sollte man stets Lernkarten mit ganzen Sätzen bilden. Dies ist für das Gehirn wesentlich einprägsamer als nur die einzelnen Formen rauf- und runter zu predigen. Wenn man nämlich ganze Sätze bildet, dann hört, sieht und fühlt man den Fluss des Satzes, was dem Gehirn wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, sich die Materie zu merken.

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Referenzen dieses Textes:

Die Zeit online

Die Welt

Wikipedia

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